Es gibt Orte, für die es sich einfach lohnt, ein Zelt aufzuschlagen. Wir haben drei davon in Europa ausgewählt: Wildcampingplätze, an denen die Anreise genauso wichtig ist wie die Übernachtung selbst. Anreise, Routen, Packliste – alles hier.
- Das LFW-Team
01 — Gaube-See, Pyrenäen, Frankreich
Auf 2000 Metern Höhe, mit dem Vignemale-Gipfel gegenüber und nachts völlig menschenleer, ist der Gaube-See einer jener Orte, die man am liebsten für sich behält. Einer der schönsten Biwakplätze der Pyrenäen, gut erreichbar und doch alles andere als gewöhnlich.
Praktische Informationen
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Abfahrt |
Cauterets (932 m) – Parkplatz Pont d'Espagne |
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Anreise von Paris |
TGV-Zug ab Tarbes + Auto · 4 Std. 30 Min. · oder Flug ab Pau/Lourdes + Auto 1 Std. |
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Distanz |
~12 km die ganze Strecke |
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Höhengewinn |
+800 m |
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Dauer |
3 Stunden 30 Minuten zu Fuß (oder mit dem Sessellift bis 1800 m in der Saison) |
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Level |
Dazwischenliegend |
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Höhenbiwak |
1.725 m · Seeufer |
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Beste Zeit |
Juni bis September (Juni: kühle Nächte, wenige Menschen) |
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Unterkunft |
Kostenloses Biwak · Gaube Lake Hotel |
Die Route im Detail
Pont d'Espagne → Lac de Gaube (6 km · +450 m · 2 Std.)
Die Wanderung beginnt am Parkplatz Pont d'Espagne, einem der beliebtesten Orte in den Pyrenäen – allerdings nur tagsüber. Nachts ist es dort menschenleer. Der Weg folgt dem Fluss Gave du Marcadau durch einen dichten Buchenwald, bevor er den Pont d'Espagne und seinen Wasserfall erreicht. Von dort steigt der Pfad stetig durch den Wald an, bis die Baumgrenze auf 1.600 Metern Höhe erreicht wird. Plötzlich taucht der See auf, eingerahmt von den steil ins Wasser abfallenden Felswänden. Gegenüber erhebt sich der Vignemale (3.298 Meter) mit seiner Gletscherzunge.
Verpassen Sie es nicht: Der See in der goldenen Stunde, wenn die Tagestouristen abgereist sind und der Berg Vignemale im Abendlicht erstrahlt. Genau deshalb zelten wir hier, anstatt wieder abzusteigen.
Lago Gaube → Hourquette d'Ossoue (Option Tag 2)
Wer weiter wandern möchte, kann die Hourquette d'Ossoue (2.734 m) in drei Stunden vom See aus erreichen. Dieser Pass bietet den direktesten Blick auf den Vignemale-Gletscher und das anspruchsvollste Gelände. Teilweise gibt es Geröllhänge. Für die zweite Nacht kehrt man zum See zurück oder steigt direkt nach Gavarnie ab.
Verpassen Sie es nicht: Der Ossoue-Gletscher, vom Pass aus gesehen – der größte Gletscher der französischen Pyrenäen. Im Juni ist er noch deutlich sichtbar.
Biwakbestimmungen
Der Gaube-See liegt innerhalb des Nationalparks Pyrenäen. Biwakieren ist von einer Stunde nach Sonnenuntergang bis eine Stunde vor Sonnenaufgang erlaubt, sofern der Biwakplatz mehr als eine Stunde Fußweg von den Parkgrenzen oder Straßen entfernt ist. Maximal eine Übernachtung am selben Ort ist gestattet. Bitte hinterlassen Sie keine Spuren von Wasser.
Logistik
Zugang : Cauterets ist mit dem Zug (TGV Tarbes + TER Lourdes/Cauterets) oder dem Auto von Pau oder Tarbes aus erreichbar
- Auftanken: Kauterisation ist der Ausgangspunkt. Nichts dazwischen. Planen Sie 2 Tage für die Selbstversorgung ein.
- Sessellift: Saisonal geöffnet (Juni-September) von Pont d'Espagne bis 1.800 m · verkürzt den Zustieg um 2 Stunden
- Wetterbericht: In den Pyrenäen ziehen Stürme schnell auf. Brechen Sie früh morgens auf und tragen Sie wasserdichte Kleidung.
- Abbildung: IGN TOP25 — 1748OT Gavarnie
- Gaube Lake Hotel: +33 (0)5 62 92 41 27
02 — Seiser Alpe, Dolomiten, Italien
Die größte Alm Europas. Gipfel wie keine anderen. Und ein Abendlicht, das erklärt, warum die Dolomiten zum UNESCO-Welterbe gehören. Eines der verrücktesten Biwaks, die wir je gemacht haben.
Praktische Informationen
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Abfahrt |
Compatsch (1 844 m) — accessible depuis Siusi am Schlern |
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Anreise von Paris |
Flug ab Mailand oder Verona + Auto 1 Std. 30 Min. · oder TGV ab Mailand + Auto 2 Std. |
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Oberfläche |
Plateau von ca. 55 km² in einer Höhe von 1800-2000 m |
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Level |
Leicht bis mittelschwer |
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Höhenbiwak |
1900–2100 m · Plateau oder Fuß der Gebirgskämme |
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Beste Zeit |
Juni bis Oktober |
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Unterkunft |
Außerhalb von Schutzgebieten ist Biwakieren erlaubt. Auf dem Plateau gibt es zahlreiche Schutzhütten. |
Die Route im Detail
Compatsch → Herz des Plateaus (12 km · +300 m · 3h30)
Von Compatsch aus öffnet sich das Plateau sofort – kurzes Gras, einige Holzhütten und im Hintergrund die steil aufragenden Dolomiten. Sassolungo (3.181 m) im Westen, Schlern (2.563 m) im Osten. Der reizvollste Weg führt nördlich am Plateau entlang zum Gebiet um Saltria und Williamshütte – weniger frequentiert und wilder. Hier sucht man sich einen Biwakplatz. Am Abend färbt die Enrosadira die Gipfel rot – ein optisches Phänomen der Dolomiten, das die Felsen wenige Minuten nach Sonnenuntergang rötlich-orange schimmern lässt.
Verpassen Sie es nicht: Die Enrosadira im Sonnenuntergang. Das ist keine Übertreibung – die Dolomiten färben sich buchstäblich rot. Allein deshalb lohnt es sich, dort sein Zelt aufzuschlagen.
Plateau → Schlundkämme (Option Tag 2)
Für Abenteuerlustige bietet sich der dreistündige Aufstieg vom Plateau zum Schlern an, der ein 360°-Panorama über die Dolomiten, Südtirol und bis nach Österreich eröffnet. Das Gelände ist anspruchsvoller als auf dem Plateau, aber der Weg ist gut markiert. Man kann entweder direkt nach Seis absteigen oder über das Plateau zurückkehren.
Verpassen Sie es nicht: Der Blick vom Schlern über das Plateau von oben – man erkennt erst dessen Dimensionen. Und die Murmeltiere, die überall sind.
Biwakbestimmungen
Die Seiser Alm ist ein Provinzial-Naturpark. Biwakieren ist außerhalb von Schutzgebieten und abseits von Berghütten erlaubt. Prüfen Sie vor Ihrer Wanderung die Karte des Naturparks Schlern-Catinaccio. Grundregel: Abseits der Hauptwege, fernab von Berghütten, kein offenes Feuer.
Logistik
- Zugang : Von Bozen (30 Minuten mit dem Auto) fahren Sie hinauf nach Seis am Schlern und nehmen dann die Seilbahn nach Compatsch. Alternativ können Sie mit dem Zug von Mailand oder Verona nach Bozen fahren.
- Auftanken: Auf dem Plateau gibt es zahlreiche Schutzhütten mit Wasserversorgung. Verpflegung – bitte bringen Sie Ihre eigene Verpflegung aus Bozen oder Seis mit.
- Wetterbericht: Das Plateau ist dem Wind ausgesetzt. Bringen Sie ein stabiles Zelt mit. Im Sommer treten nachmittags häufig Gewitter auf.
- Cartographie : Kompass 076 Seiser Alm / Alpe di Siusi
03 — Sierra Nevada, Spanien
3.479 m. Der höchste Punkt des spanischen Festlandes. Türkisfarbene Hochgebirgslagunen. Und Nächte in einer Breite, in der man einen so dunklen Himmel nicht erwarten würde. Ein Biwak, das man mindestens einmal erlebt haben sollte.
Praktische Informationen
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Abfahrt |
Hoya de la Mora (2.510 m) – mit dem Auto von Granada aus erreichbar |
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Anreise von Paris |
Flug nach Granada oder Malaga + Auto 1 Std. 15 Min. |
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Distanz |
Rundweg ca. 16 km (Mulhacén) |
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Höhengewinn |
+970 m |
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Dauer |
5 Stunden Hin- und Rückfahrt |
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Level |
Dazwischenliegend |
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Höhenbiwak |
2.800–3.100 m · Rand der Lagunen oder an der Flanke des Mulhacén |
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Beste Zeit |
Juni bis September (Juli-August: Hauptsaison) |
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Unterkunft |
Freies Biwakieren oberhalb von 1.600 m außerhalb von Schutzgebieten |
Die Route im Detail
Hoya de la Mora → Laguna de las Yeguas (5 km · +300 m · 1h30)
Die Wanderung beginnt am Parkplatz Hoya de la Mora, dem höchsten Zugangspunkt zum Massiv. Gleich zu Beginn befindet man sich oberhalb der Baumgrenze – eine mondähnliche Felslandschaft mit über 3.000 Meter hohen Gipfeln am Horizont. Der Pfad folgt dem Westgrat in Richtung Mulhacén und führt an der Laguna de las Yeguas (2.830 m) vorbei. Die Lagune ist von Geröllhängen umgeben, und allein die Spiegelung der Gipfel im Wasser ist die Wanderung wert. Hier schlägt man sein Zelt auf.
Verpassen Sie es nicht: Sonnenuntergang über den Lagunen vom Biwak aus. Auf 3000 m Höhe in Südspanien ist der Himmel absolut klar. Der Sternenhimmel gehört zu den schönsten, die wir in Europa gesehen haben.
Lagune de las Yeguas → Mulhacén (6 km · +650 m · 2h30)
Der Mulhacén (3479 m) ist über die Bergkämme von der Lagune aus erreichbar. Der Weg ist gut markiert und führt sanft bergauf. Vom Gipfel aus bietet sich ein atemberaubender Blick über die Sierra, bei klarem Wetter bis zum Mittelmeer und an manchen Tagen sogar bis nach Marokko. Der Abstieg kann entweder über denselben Weg oder über einen anderen Pfad an der Nordwand erfolgen.
Verpassen Sie es nicht: Sonnenaufgang vom Mulhacén aus, wenn man in Gipfelnähe biwakiert. Auf 3400 m Höhe geht die Sonne über Spanien vor allen anderen auf.
Biwakbestimmungen
Die Sierra Nevada ist ein Nationalpark. Zelten ist oberhalb von 1.600 m in ungeschützten Gebieten abseits von Wanderwegen und Quellen erlaubt. Zelte werden abends aufgebaut und morgens abgebaut; offenes Feuer ist verboten.
Logistik
- Zugang : Anreise nach Granada mit dem Flugzeug von Paris (Transavia, Vueling, Iberia) · Flugzeit: 1 Stunde 45 Minuten. Von Granada aus fahren Sie mit dem Auto nach Hoya de la Mora. Im Sommer verkehrt ein offizieller Shuttlebus von Granada (Buchung über die Website des Nationalparks).
- Anreise mit dem Auto: Im Sommer (Juni-Oktober) ist die Straße nach Hoya de la Mora ausschließlich für Shuttlebusse reserviert – informieren Sie sich vor Ihrer Abreise über die geltenden Bestimmungen.
- Auftanken: Granate zu Beginn. Nichts darüber – 2 Tage Autonomie gewähren.
- Wetterbericht: Auch im Sommer sind die Nächte auf 3000 m Höhe kühl (5 bis 10 °C). Ein geeigneter Schlafsack ist unerlässlich. Die UV-Strahlung ist in dieser Höhe sehr intensiv.
- Abbildung: IGN España – Sierra Nevada 1:50.000
- Webseite des Nationalparks: sierranevada.es
Was Sie einpacken sollten
Die Basis
- Rucksack 35-45L
- Leichtes Zelt, das dem Wind standhält (alle 3 Stellen sind ungeschützt).
- Schlafsack geeignet für kühle Nächte (mindestens 5 °C)
- Hohe Wanderschuhe
- Wasserdichte Jacke und Thermoschicht
- Scheinwerfer
- Wasser: 2L mindestens + Reinigungstabletten
- Lebensmittel für 2 Tage
Was macht den Unterschied aus?
- Leichte, funktionelle Hose, die schnell trocknet – zum Wandern, Schlafen und für die Rückkehr ins Hotel, ohne sich umziehen zu müssen.
- Eine komprimierende Mittelschicht – nachts auf 2000 m Höhe, selbst im Juni, sind sie überraschend.
- Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor – UV-Strahlung in der Höhe ist eine ganz andere Sache.
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